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Die Kreuzotter ist neben der Wald- oder Bergeidechse (Zootoca vivipara) das weltweit am weitesten verbreitete Reptil. Trotzdem werden nur zwei Unterarten unterschieden. Die frühere, im äußersten Osten Asiens verbreitete Unterart sachalinensis wird heute der Nominatform zugerechnet.

 

Kreuzotter - Vipera berus Weibchen

Kreuzotter Weibchen - Vipera berus  (Foto: © herpetofauna.at) 

 

Auf der Balkan-Halbinsel lebt, in zwei ökologisch völlig getrennten Populationsgruppen, die Unterart bosniensis. Dabei handelt es sich um die Tieflandtiere im südlichen Ungarn und in den Save-Auen in Kroatien (früher als Vipera berus pseudaspis bekannt) einerseits und die Montan-Populationen entlang der Dinaren (Kroatien, Bosnien – Herzegovina, Montenegro, Albanien) bis in den Pindos (Griechenland) und im Pirin-Gebirge (SW-Bulgarien).
Der „Rest“ des Gesamtareals wird von der Nominatrasse Vipera berus berus besiedelt: Von Schottland, England und Wales im Westen, in Skandinavien nördlich bis zum 66. (70.) Breitengrad und vom mittleren und nördlichen Frankreich quer durch ganz Europa, mit Ausnahme Italiens – hier nur in den Alpen und Voralpen - über die nördliche Balkanhalbinsel bis an das östliche Ende des gemäßigten Asiens.

Unklar ist bis heute sowohl die Herleitung der deutschen Bezeichnung „Kreuzotter“ (möglicherweise auf Grund des über den Rücken (das „Kreuz“) laufenden Zickzack-Bandes), wie auch der wissenschaftlichen. Da Linné den Artnamen („berus“) groß schrieb, könnte es sich um einen Eigennamen, möglicherweise um den eines Trolls handeln.

Systematik

 

Klasse: Reptilia, Reptilien
Ordnung: Squamata, Schuppenkriechtiere
Unterordnung: Serpentes, Schlangen
Familie: Viperidae, Vipern
Gattung: Vipera, Echte Vipern
Art: Vipera berus, Kreuzotter

 

Beschreibung

 

Kopfportrait mit senkrechter Schlitzpupille
Kopfportrait mit senkrechter Schlitzpupille

Bei der Kreuzotter handelt es sich um eine relativ schlanke Viper, wobei auch der mit Großschilden bedeckte Kopf nur wenig vom Körper abgesetzt ist. Wie alle europäischen Giftschlangen besitzt auch Vipera berus eine senkrecht stehende Schlitzpupille und gekielte Körperschuppen. Eine Beschreibung von Färbung und Zeichnung ist fast unmöglich, da es sowohl bei ersterer wie auch letzterer jede Menge an Variationen gibt. 

So variiert die Grundfärbung von reinweiß über alle Abstufungen von grau und von strohgelb über orangerot bis dunkelbraun. Auch bläuliche und grünliche Grundfärbungen sind möglich, es kommen auch einfarbig rötliche und schwarze Tiere vor. Bei den Männchen dominieren mehr die Grau-, bei den Weibchen mehr die Brauntöne. Melanotische (schwarze) Tiere kommen in beiden Geschlechtern vor.

Das Rückenband kann fehlen, besteht aber meistens aus einer höheren Anzahl von Bandzacken. Diese ist sehr variabel, aber innerhalb einer Population mehr oder weniger konstant. Auch unterbrochene Rückenbänder kommen vor, manchmal zu Einzelflecken aufgelöst – dies ist bei der Unterart bosniensis sehr häufig.

 

unterschiedliche Farb- und Zeichnungsvariationen von Vipera berus
unterschiedliche Farb- und Zeichnungsvariationen von Vipera berus
 

Die Größe beträgt durchschnittlich zwischen 50 und 60 cm, Männchen wurden aber mit Längen von 80 cm und Weibchen von 87 cm gefunden. Grundsätzlich werden die Weibchen länger als die Männchen und sind auch kräftiger gebaut.
 

Kopfbereich der Kreuzotter - aufgenommen im Aquazoo Düsseldorf (Foto: Christoph Riegler)
Kopfbereich der Kreuzotter - aufgenommen im Aquazoo Düsseldorf (Foto: Christoph Riegler)
 

 

Verbreitung


Vipera berus
ist über das zentrale und westliche Österreich verbreitet. Im pannonisch beeinflussten Osten fehlt sie, ebenso in der Steiermark südlich der Mur- Mürz –Furche.
Eine weitere Verbreitungslücke besteht im Alpenvorland. Hier tritt sie erst wieder im Mühl- und Waldviertel auf. Die Jahrestemperatursummen liegen im Verbreitungsgebiet unter 90°C und die mittleren Jahresniederschlagsmengen über 900 mm.


Verbreitungslücken am Alpenhauptkamm und in den nördlichen Kalkalpen sind möglicherweise Kartierungsdefizite. Die Höhenverbreitung liegt zwischen 300 und 2.500 Metern mit einer Dominanz von 600 bis 1.900 Metern.

 

Verbreitungkarte: Kreuzotter - Vipera berus (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

 

Lebensräume

 

Typischer Lebensraum der Kreuzotter
 Typischer Lebensraum der Kreuzotter

Die Kreuzotter ist ein Tier der montanen bis alpinen Bergwiesen und –weiden und besiedelt dort vor allem Waldränder und -lichtungen. Außerdem lebt sie in Kahlschlägen und auf bewachsenen Geröllfeldern. Die Tieflandvorkommen liegen fast ausschließlich im Bereich von Feuchtwiesen und Mooren. Die Kreuzotter bevorzugt Lebensräume mit starken Tag-Nacht Temperatur­schwankungen, die auch durch hohe Luftfeuchtigkeit und ein gewisses Maß an Bodenfeuchte gekennzeichnet sind.

Das Klein-(Micro-)Klima dieser Lebensräume ist sehr ähnlich. Durch die Verdunstung(skälte) steigen die Temperaturen auch in Flachlandbiotopen nicht so stark an und liegen bei weitem unter denen umliegender „Trockenhabitate“.





Weitere Habitatbilder:


Lichter Jungwald im Uferbereich von Gewässern Alpines Habitat mit Zwergstrauchheiden
Lichter Jungwald im Uferbereich von
Gewässern
Alpines Habitat mit Zwergstrauchheiden
und Bergwiesen
Moorgebiete oder Sümpfe mit hoher Bodenfeuchte Lichte Bergwälder mit gut besonnter Geröllhalde
Moorgebiete oder Sümpfe mit
hoher Bodenfeuchte
Lichte Bergwälder mit
gut besonnter Geröllhalde

Lebensweise

Begattungsorgan (Hemipenis)
Begattungsorgan (Hemipenis)
 

Je nach Höhenlage erwachen die Kreuzottern zwischen Mitte März und Ende Mai bis Mitte Juni. Untersuchungen zeigten, dass die Tiere erwachen, wenn die Temperatur im Winterquartier +2°C erreicht. Die Weibchen erscheinen dann nach 1 bis 3 Wochen, Jungtiere noch später. Die Paarungsperiode beginnt mit der Häutung der Männchen. Je nach Höhenlage beginnt sie zwischen Ende April und Juli. Wie bei vielen anderen Schlangen kommt es auch bei Kreuzottern zu ritualisierten Scheinkämpfen zwischen gehäuteten Männchen. Nicht gehäutete Männchen werden dagegen nicht beachtet. Bei der Paarung kriecht das Männchen unter zuckenden Körperbewegungen über das Weibchen, wobei es intensiv züngelt. Die eigentliche Vereinigung kann bis zu 2,5 Stunden dauern.

Nach der Tragzeit, die - wieder stark von der Höhenlage und den Wetterbedingungen abhängig - von 2,5 Monaten bis in das folgende Frühjahr dauern kann, werden bis zu 18 Jungtiere geboren. Diese sind bei der Geburt 14 bis 20 cm lang und 3,5 bis 8 Gramm schwer. Die Jungvipern häuten sich unmittelbar oder kurze Zeit nach der Geburt. Bereits 10 bis 25 Tage danach beginnen sie mit der Nahrungsaufnahme. Mit Abschluss des 1. Lebensjahres sind Vipera berus 24 – 26 cm lang, mit Ende des 2. Lebensjahres 31 – 35 cm und mit Ende des 3. sind Männchen um 36 cm, Weibchen um 43 cm lang. Die Männchen werden – in tieferen Lagen - im 3. oder 4. Jahr geschlechtsreif, die Weibchen im 4. oder 5.


In Tieflandpopulationen beteiligen sich die Weibchen oft jedes Jahr an der Fortpflanzung, im hochalpinen Bereich hingegen oft nur in jedem dritten. Bereits spätestens im September versammeln sich die Kreuzottern vor dem Winterquartier, wo dann noch eine ein bis zweiwöchige Sonnperiode stattfindet. Diese kann aber bei schönem Herbstwetter sehr lange ausgedehnt werden.
 

Nahrung


Die Nahrung adulter Kreuzottern besteht großteils aus Mäusen, hier bevorzugt Rötelmäusen. Jungtiere ernähren sich, je nach Größe, von kleinen Fröschen, Echsen und jungen Mäusen. Die Männchen beginnen erst nach Abklingen der Paarungszeit mit der Nahrungsaufnahme und beenden diese oft schon im Juli, spätestens im August wieder. Die Zeit der Nahrungsaufnahme beträgt bei reproduktiven Weibchen meistens nur 8 Wochen, bei nicht an der Fortpflanzung beteiligten Weibchen hingegen 10 – 12 Wochen.


Gefährdung und Schutz


Während die montanen und alpinen Populationen von Vipera berus auf Grund ihrer „Abgeschiedenheit von der Zivilisation“ noch als stabil betrachtet werden können, sieht es für die in tieferen Lagen lebenden nicht so gut aus. Gründe dafür sind nach wie vor das Trockenlegen von Feuchtbiotopen und das Mähen der Wiesen bis an die ersten Baumstämme des Waldes. Dadurch ist fast nirgends mehr der für die Tiere wichtige Strauch- bzw. Krautstreifen zwischen Wald und Wiese vorhanden.
Die Neuschaffung von Schiabfahrten führt auch bei montanen/alpinen Populationen zu Verlusten, da auch hier die nötigen Kleinstrukturen sehr oft der Planierraupe zum Opfer fallen.


Verhaltensweise nach einem Biss
  • niemals die Wunde manipulieren, ausschneiden etc.
  • Patient ruhig stellen (hinlegen), Schmerzen bekämpfen, beruhigen
  • gebissene Extremität ruhig stellen (Schienung), bei V.berus NIE abbinden.
  • Je weniger Bewegung, desto weniger Gift wird im Körper verteilt
  • Arzt aufsuchen

Vergiftungsinformationszentrale AKH Wien


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