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Der Bergmolch (Ichthyosaura alpestris) wird bis 12 cm groß. Die Männchen haben im Wasser eine auffällig bunte Färbung mit einem markanten blauen Seitenstreifen. Der Rückenkamm ist niedrig und weißlich mit dunklen Flecken. Bergmolche findet man vor allem in Höhenlagen ab 1300 m, aber auch in tieferen Lagen bis 300 m, z.B. im Wienerwald.

 

Bergmolch - Ichthyosaura alpestris - Weibchen (Foto: © herpetofauna.at)

 Bergmolch - Ichthyosaura alpestris - Weibchen (Foto: © herpetofauna.at)

 

 

Systematik

 

Klasse: Amphibia (Amphibien)
Ordnung: Urodela (Caudata) (Molche und Salamander)
Unterordnung: Salamandroidea
Familie: Salamandridae (Echte Salamander und Molche)
Gattung: Ichthyosaura
Art: Ichthyosaura alpestris (LAURENTI, 1768) (Bergmolch)

 

Beschreibung

 

Der an Land eher dunkel und nur schwach gemusterte männliche Bergmolch entwickelt in der Wasserphase eine beeindruckend bunte Färbung. Der Rücken ist dunkelblau, dunkelgrau oder dunkelbraun gefärbt, mit einer mehr oder weniger deutlichen Musterung. Auf beiden Seiten des Kopfes, der Kehle, des Rumpfes und der Kloake finden sich ein- oder mehrreihig kleine schwarze Flecken, oft auf silberweißem Grund. Unterhalb dieses Fleckenbereichs liegt zwischen Vorder- und Hinterbeinen ein deutlicher hellblauer Streifen. Auf dem niedrigen und glattrandigen Kamm wechseln schwarze Flecken mit weißlichen Zwischenräumen ab. Der Schwanzkamm trägt ebenfalls relativ große dunkle Flecken. Der Bauch ist einfarbig orange bis hellrot.

 Bergmolch Paar

 

Die dorsale Grundfärbung der paarungsbereiten Weibchen ist ähnlich derjenigen der Männchen, jedoch meist mehr bräunlich oder grünlich. Die Kloake tritt weniger hervor als beim Männchen. Weibchen werden bis 12 cm groß, Männchen bleiben etwas kleiner. In Österreich findet man die Unterart Ichthyosaura alpestris alpestris (LAURENTI, 1768)

 

Bergmolch Männchen wandert durch die Streuschicht

 

Verbreitung

 

Die Art kommt in allen höher gelegenen Regionen inklusive dem Wienerwald vor (ab 300 m, vorwiegend 1300 bis 2100 m); sie fehlt im zentralen Burgenland und in größeren Teilen Niederösterreichs. Die östliche Verbreitungsgrenze verläuft durch die Stadt Wien.

 

Verbreitungkarte: Bergmolch - Ichthyosaura alpestris (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

 

Lebensräume

 

Laichhabitat: Als Wasserlebensraum werden permanente Gewässer mit üppiger Vegetation genutzt, vorwiegend Tümpel und Weiher, aber auch Moorgewässer.

 

Landhabitat: Der Bergmolch ist im Grünland, auf Feuchtwiesen, in alpinem und subalpinem Gras- und Krautbestand sowie Laub-Nadel-Mischwäldern anzutreffen. Im Vergleich zu anderen Amphibien lebt er häufiger auch in Nadelwäldern.

 

Lebensweise

 

Die Hauptaktivitätszeit des Bergmolches liegt in den Morgen- und Abendstunden. Die Nahrungsaufnahme im Wasser erfolgt oft nachts. Die Einwanderung in das Laichgewässer beginnt ab Mitte März, die Abwanderung erfolgt Ende Mai. Bergmolche halten sich dann vor allem in der Nähe der Laichgewässer auf. Die Besiedlungsdichte von geeigneten Gewässern ist zum Teil sehr hoch.

 

Fortpflanzung

 

Bergmolche werden mit 3-5 Jahren geschlechtsreif, in höheren Lagen auch später, und können ein Alter von bis zu 20 Jahren erreichen. Nach der Einwanderung in das Gewässer, in niederen Lagen ab Mitte März, im Hochgebirge oberhalb 1500 ab Juni, entwickeln die Männchen ihr prächtiges Hochzeitskleid. Die Befruchtung erfolgt durch die Aufnahme des vom Männchen abgesetzten Spermapaketes (Spermatophore) durch das Weibchen. Die Eier (70-390 pro Weibchen) werden einzeln in Blätter von Wasserpflanzen eingewickelt, aber auch an Ästen, Laub und Steinen abgelegt. Die Larven schlüpfen nach 2-4 Wochen, Kiemen und Vorderbeine sind dabei schon vorhanden. Die Hinterbeine erscheinen später. Die Metamorphose und der Landgang der Jungtiere erfolgt von August bis Oktober mit einer Gesamtlänge von 4-5 cm, es werden aber auch im Gewässer überwinternde Larven und adulte Tiere gefunden.

 

Nahrung

 

Während des Wasseraufenthaltes dienen vor allem Insekten und deren Larven sowie Kleinkrebse als Nahrung, aber auch Raupen und Würmer, die ins Wasser gefallen sind. Es werden auch Amphibieneier und -larven gefressen.

 

Allgemeines und Besonderheiten

Im Gebirge können die UV-Strahlen Schädigungen bei Eiern und Larven hervorrufen. Die Molche nehmen jedoch diese Strahlung wahr und schützen sich davor, indem sie Deckung suchen.

 

Gefährdung und Schutz

 

Durch die Verfüllung von Laichgewässern in Waldlagen und von Fahrspurrinnen, auch durch den Fischbesatz in Gebirgsteichen werden regionale Populationen ausgelöscht.

 

Literatur
 
  • Günter Diesener, Josef Reichholf, Steinbachs Naturführer, Lurche und Kriechtiere, Herausg. Gunter Steinbach, 1986, Mosaik Verlag, München, ISBN 3-570-01273-5
  • Andreas und Christel Nöllert, Die Amphibien Europas, Bestimmung - Gefährdung - Schutz, Kosmos Naturführer, 1992, Franckh-Kosmos Verlags-GmbH & Co., Stuttgart, ISBN 3-440-06340-
  • Friedo Berninghausen, Welche Kaulquappe ist das? Der wasserfeste Amphibienführer, Herausg. NABU (Naturschutzbund Deutschland), 1998, Hannover, ISBN 3-925815-25-2
  • Antonia Cabela, Heinz Grillitsch, Franz Tiedemann, Atlas zur Verbreitung und Ökologie der Amphibien und Reptilien in Österreich, Umweltbundesamt, 2001, Wien, ISBN 3-85457-586-6
  • Burkhard Thiesmeier, Kurt Grossenbacher, Handbuch der Reptilien und Amphibien Europas, Schwanzlurche IIA und IIB, 2004, Aula-Verlag, Wiebelsheim, ISBN: 3-89104-673-1, ISBN: 3-89104-674-X

 

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