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Orsini's Viper/Meadow Viper
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Vipère d’Orsini
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Vipera dell'Orsini

 

Die bei uns mit größter Wahrscheinlichkeit ausgestorbene Wiesenotter ist die kleinste Giftschlange Europas, die Subspecies rakosiensis aber die größte Unterart. Von Vipera ursinii gibt es 5 Unterarten, die sehr begrenzt von Südostfrankreich, über Italien und die Balkanstaaten Kroatien, Bosnien-Hercegovina, Montenegro, Albanien, Mazedonien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien vorkommen. Die in unserem Gebiet vorgekommene Unterart ist heute auf Ungarn und neuerdings wiederentdeckt in Rumänien, beschränkt.

 

Wiesenotter - Vipera ursinii  (Foto: © herpetofauna.at)

 Wiesenotter - Vipera ursinii (Foto: © herpetofauna.at)
 

 

Systematik

 

Klasse: Reptilia, Reptilien
Ordnung: Squamata, Schuppenkriechtiere
Unterordnung: Serpentes, Schlangen
Familie: Viperidae, Vipern
Gattung: Vipera, Echte Vipern
Art: Vipera ursinii, Wiesenotter

 

Beschreibung

 
Die Wiesenotter ist auf den ersten Blick nur sehr schwer von der Kreuzotter zu unterscheiden. Bei der hier zu besprechenden Unterart rakosiensis ist dies jedoch noch am leichtesten der Fall, obwohl Exemplare mit fast Kreuzotter-Ausmaßen bekannt sind. Bekannte Maximallänge bei Männchen 48 cm, bei Weibchen 66 cm.
 

Kopfansichten Wiesenotter (oben) und KreuzotterKopfansichten Wiesenotter (oben) und Kreuzotter

Von der Kreuzotter unterscheidet sich die ungarische Wiesenotter (rakosiensis = benannt nach dem Rakosfeld bei Budapest) durch das stets geschwungene und an den Ecken abgerundete Rückenband und durch einen deutlich helleren Rückenstreif im Gegensatz zu den Flanken. Außerdem ist eine Verwechslung im Feld nicht möglich, da sich beide Arten in ihrer Verbreitung gegenseitig ausschließen. Mir ist nur ein einziger Punkt bekannt, wo beide Arten syntop, das heißt direkt nebeneinander vorkommen – im äußersten Osten Ungarns. Kleiner, kaum vom Hals abgesetzter Kopf. Grundfärbung in beiden Geschlechtern beige bis hellbraun, selten grau. Rückenband nicht so kontrastreich abgesetzt wie bei der Kreuzotter.

 

(ehemalige) Verbreitung


Ausschließlich auf den pannonischen Raum beschränkt, vom südlichen Stadtrand Wiens über das südliche Wiener Becken, die Parndorfer Platte und das nördliche bis mittlere Ostufer des Neusiedler Sees.

 

 

ehem.Verbreitungkarte: Wiesenotter - Vipera ursinii (Datenstand 1996)  © Umweltbundesamt - Quelle: Verbreitungsatlas Österreich

 

Lebensräume


Der bevorzugte Lebensraum war von kleinräumig unterschiedlichen, in einem engen Mosaik verwobenen Mikrohabitaten gekennzeichnet:

  • Im Jahresverlauf trocknende Marschwiesen (Succiso-Molinietum coeruleae): machte einen Großteil des Gebietes aus.
  • Sandige Puszta(wiesen) (Astragalo-Festucetum rupicolae): tritt an etwas höher gelegenen Stellen auf, typische Steppenvegetation.
  • Kalkhaltiges, sandiges Grasland (Festucetum vaginatae danubiale). Charakterisiert die höchst gelegenen Stellen, die vom Grundwasser nie erreicht werden.

Durch Ackerbau, Anlegen von Weingärten ist sowohl der natürliche, schwankende Wasserstand gestört worden, andererseits aber auch diese mosaikartigen, für die verschiedenen Habitatansprüche im Jahresverlauf so wichtigen Kleinstrukturen zerstört worden.

 

Lebensweise


Die spärlich vorhandenen Beobachtungsdaten für Österreich zeigen eine Jährliche Aktivität von Ende Februar bis Ende September. Es liegen keine datierten Beobachtungen über Paarungszeit und erste Beobachtungen von Jungtieren in Österreich vor.
Am 2. Mai wurde eine trächtige, 56 cm lange Wiesenotter mit ungewöhnlicher Zeichnung gefangen. Diese gebar am 12. Juli, also 72 Tage nach ihrem Fang 19 Jungtiere. Die Mutter, wie auch die Jungen wurden am Fundort der Mutter wieder ausgesetzt.
 

Nahrung


Häufig findet man in der Literatur, dass die Wiesenotter hauptsächlich Heuschrecken frisst. Dies geht auch aus dem wissenschaftlichen Namen der Untergattung Acridophaga = Grillenfresser hervor. Leider gibt es in unseren Breiten, wenn die Vipern aus der Winterstarre erwachen, noch keine derartigen Insekten. Die Wiesenottern ernähren sich dann von (Eid)echsen und Mäusen. Dies wird auch durch oben erwähntes Weibchen bestätigt, das bevorzugt Mäuse, ja sogar kleine Ratten, vor Zauneidechsen annahm.

 

Gefährdung und Schutz


In Ungarn gibt es nahe der österreichischen Grenze ein Reservat, das eingezäunt ist und strengstens bewacht wird. Auch bei der größten in Ungarn lebenden Population ist trotz Schutzmaßnahmen, was sowohl die Tiere selbst wie auch deren Lebensraum betrifft, ein steter Rückgang zu beobachten. Möglicherweise sind die noch existierenden (Teil)populationen an ihrem Limit angelangt, so dass deren Überleben an einem seidenen Faden – Inzuchtauswirkungen, Auftreten von Krankheiten usw. – hängt.

 

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