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Vom 1. bis 4. Mai 2015 unternahmen drei Leute vom herpetofauna-Team eine Kurz-Exkursion in die Toskana. In den vergangenen Jahren hatten uns unsere Kurzausflüge oft Richtung Südosten geführt und so wollten wir uns zur Abwechslung einmal Italien vornehmen. Das Wetter davor war eher bedeckt und regnerisch aber für die nächsten Tage war Wetterbesserung angesagt, also gute Voraussetzungen für unser Unternehmen.
Unser erstes Ziel war Monte Argentario im Süden der Toskana. Diese kleine Insel war ursprünglich ein Teil Sardiniens und liegt nun direkt vor dem italienischen Festland, mit dem es über zwei schmale Landbrücken verbunden ist. Dementsprechend leben hier einige sardische Endemiten, wie der Europäische Blattfingergecko (Euleptes europaea) oder der Sardische Scheibenzüngler (Discoglossus sardus). Weitere Zielarten waren Höhlensalamander der Gattung Speleomantes, die den Appennin bewohnen, die Italienische Erzschleiche (Chalcides chalcides) sowie die Aspisviper (Vipera aspis). Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) hatten wir auf der Balkanhalbinsel in der Unterart boettgeri schon häufig gesehen, hier in der Toskana kommt sie in der Nonminatform vor.

Wir hatten uns also für die vier Tage einiges vorgenommen.

 

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Das kleine Dörfchen Pari südlich von Siena. In dieser für die Toskana typischen Landschaft begannen wir unsere Exkursion.

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Hier das kleine aber hoch motivierte Team v.l.n.r.: Richard Kopeczky, Hannes Hill und Thomas Bader.

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Bei unserer ersten Fundstelle konnten wir mehrere Italienische Erzschleichen (Chalcides chalcides) beobachten.

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Die Italienische Erzschleiche (Chalcides chalcides) ist ein flinker Wiesenbewohner und bewegt sich meist blitzschnell durchs Gras.

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Lebensraum von Italienischer Erzschleiche (Chalcides chalcides), Mauereidechse (Podarcis muralis), Westlicher Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und  Italienischem Wasserfrosch (Pelophylax bergeri).

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In den lichten Wäldern waren etliche Mauereidechsen (Podarcis muralis) auf der Jagd. In dieser Region sind sie in der Unterart P. m. nigriventris vertreten.

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Die Italienische Blindschleiche kommt hier als eigene Art Anguis veronensis vor, ist aber äußerlich kaum von A. fragilis zu unterscheiden.

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Die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) war die häufigste Schlange auf unserer Exkursion – hier ein Jungtier.

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An derselben Stelle entdeckten wir schließlich auch noch eine Aspisviper (Vipera aspis), die gerade ein Sonnenbad nahm.

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Abgesehen von der Zeichnung ist die Aspisviper (Vipera aspis) auch an der aufgeworfenen Schnauze gut von der Kreuzotter zu unterscheiden.

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Aspisviper (Vipera aspis) im Lebensraum.

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An den Hauswänden unserer Unterkunft begrüßten uns abends noch einige Mauergeckos (Tarentola mauritanica).

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Am nächsten Tag besuchten wir Monte Argentario. Diese Insel war ursprünglich ein Teil Sardiniens und ist heute über zwei schmale Landbrücken sowie eine Straße mit dem italienischen Festland verbunden. Daher findet man hier einige Endemiten, die sonst nur auf Sardinien vorkommen.

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Wir waren auf der Suche nach dem Sardischen Scheibenzüngler (Discoglossus sardus), der als Endemit auf der Insel lebt. Wir hatten angebliche Fundpunkte dieser Art bekommen, konnten dort aber keine geeigneten Habitate finden. Zudem war der höhere Teil der Insel ständig von Wolken verhangen.

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Immer wieder stießen wir auf diese sonderbaren Gebilde. Es handelt sich dabei um den Roten Zistrosenwürger (Cytinus ruber) - eine Schmarotzerpflanze an den Wurzeln der Zistrose.

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Wie überall in der Region ist auch hier die Mauereidechse (Podarcis muralis) stark verbreitet.

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Schließlich entdeckten wir – im Unterlauf eines Baches – doch noch einige Exemplare des Sardischen Scheibenzünglers (Discoglossus sardus).

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Der Sardischen Scheibenzüngler (Discoglossus sardus) bewohnt Bachläufe mit reichlicher Vegetation.

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Larve des Sardischen Scheibenzünglers (Discoglossus sardus).

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Zurück auf dem Festland fanden wir in einem kleinen Steinbruch eine adulte Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus), die in der Nachmittagssonne auf der Jagd war.

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Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) auf der Jagd nach Eidechsen.

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In den Olivenhainen waren abends noch viele Ruineneidechsen (Podarcis siculus) aktiv.

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Ruineneidechse (Podarcis siculus) im Habitat.

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Ruineneidechse (Podarcis siculus) in Häutung beim Wärmetanken in der Abendsonne.

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Auf den Baumstämmen sonnten sich auch Mauereidechsen (Podarcis muralis).

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Die Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) kommt hier in der Nominatform vor.

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Eine weitere Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni) mit einer Verletzung am rechten Hinterbein.

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An den Übergängen der Wiesen zum Buschwerk genossen einige Westliche Smaragdeidechsen (Lacerta bilineata) ebenfalls die letzten Sonnenstrahlen dieses Tages.

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Lebensraum in der Nähe von Giardino – hier kommen Griechische Landschildkröte (Testudo hermanni), Ruineneidechse (Podarcis siculus), Mauereidechse (Podarcis muralis), Westliche Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) vor.

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Kuhreiher (Bubulcus ibis) machten direkt hinter dem Mähfahrzeug reiche Beute.

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Abends finden sich Kuhreiher (Bubulcus ibis) und Seidenreiher (Egretta garzetta) auf gemeinsamen Schlafbäumen in Orbetello ein.

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Altes Stadttor in Orbetello, einer kleinen Stadt zwischen Monte Argentario und dem Festland.

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Sumpf-Schwertlilie (Iris pseudacorus) am Ufer des Fiume Bruna westlich von Grosseto. Hier konnten wir auch Würfelnattern (Natrix tessellata) und Europäische Sumpfschildkröten (Emys orbicularis) beobachten aber leider nicht fotografieren.

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Die Ringelnatter kommt hier als „Barrenringelnatter“ (Natrix natrix helvetica) vor.

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Am Ufer eines kleinen Sees wärmte sich dieses Exemplar gerade in den morgendlichen Sonnenstrahlen auf.

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Deutlich zu sehen sind die für die Barrenringelnatter (Natrix natrix helvetica) typischen verkleinerten hellen Halmondflecken und dahinter die vergrößerten und nach hinten spitz zulaufenden dunklen Flecken.

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Adultes Männchen der Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata).

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Die Wasserfrösche dieser Region sind Pelophylax bergeri und eine Hybridform P. hispanicus. Hier vermutlich P. bergeri.

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Unsere weitere Reise führte uns in den Apennin in die Gegend zwischen Viareggio und Massa. Mitten im Wald tut sich ein Loch im Boden auf.

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Nach einem steilen und rutschigen Abstieg standen wir in dieser kleinen Höhle.

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Von unserer gesuchten Art war vorerst nichts zu sehen. Nur eine Fledermaus verbrachte hier den Tag.

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Voller Einsatz unter Tag: letztendlich fand Thomas, was wir hier suchten.

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Hier lebt der Italienische Höhlensalamander (Speleomantes italicus). Wir konnten schließlich mehrere Exemplare entdecken.

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Den Salamandern gefällt so ein Lebensraum natürlich aber das Fotografieren war nicht immer ganz leicht – es war dunkel und ständig tropfte Wasser von der Decke.

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Der Italienische Höhlensalamander (Speleomantes italicus) zählt zu den lungenlosen Salamandern und bewohnt hier die feuchten Nischen der Höhle. Die Atmung erfolgt bei diesen Tieren über die Mundhöhle und die Haut.

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Das Vorkommen des Italienischen Höhlensalamanders (Speleomantes italicus) ist aber nicht auf Höhlen beschränkt, er lebt auch außerhalb in kleineren Hohlräumen und unter der feuchten Laubschicht des Waldes.

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In der Nähe von Pignone waren wir auf der Suche nach einem weiteren Salamander.

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Und tatsächlich wurden wir auch hier fündig: Ambrosis Höhlensalamander (Speleomantes ambrosii).

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Ambrosis Höhlensalamander (Speleomantes ambrosii) ist ebenfalls ein lungenloser Salamander, der in feuchten Höhlen lebt. Meist halten sich die Tiere in der Nähe des Höhleneingangs auf, wo sie häufiger auf Futtertiere stoßen als weiter im Inneren der Höhle.

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Dieses Exemplar von Ambrosis Höhlensalamander (Speleomantes ambrosii) fanden wir direkt vor dem Höhleneingang unter einem Stein.

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In dem Naturschutzgebiet rund um die Höhle wurde ein Naturlehrpfad mit mehreren Schautafeln über die vielfältige Amphibienfauna der Region angelegt.

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Die feuchten Wälder entlang des Baches sind auch ein idealer Lebensraum für die Erdkröte (Bufo bufo).

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Der letzte Stop unserer Reise führte uns an die Nordseite des Appenin, südwestlich von Parma. Auch hier ist die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) sehr häufig – noch ein Jungtier.

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Jungtier der Italienischen Blindschleiche (Anguis veronensis).

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Unter einem Stein stöberten wir diesen großen Skorpion auf – vermutlich Euscorpius italicus.

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Zum Abschluss fanden wir noch diese große adulte Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) in der Morgensonne.

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Die Gelbgrüne Zornnatter (Hierophis viridiflavus) ist eine sehr flinke Natter, die bei Annäherung von Menschen blitzartig flüchtet.

 

 

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Kommentare  

 
Marc Bäumer
0 #1 Marc Bäumer 2015-08-11 07:44
Sehr schöne und qualitativ hochwertige Fotos!
Eine optimale Ausbeute für vier Tage - Glückwunsch!
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